Kurzer Geschichtsüberblick

Im Jahre 1316 stiftete Freiherr Gottfried Götz von Aschhausen mit seiner Gemahlin Anna von Wittstadt die Kirche in Aschhausen. Es war Gottfried der Ältere, Gottfried der Jüngere ist der letzte seines Stammes. Über Lage, Raumverhältnisse, ob Schloß- oder Dorfkirche ist bis jetzt nichts bekannt. War es eine Schloßkirche oder Burgkapelle, dann ist sie wohl 1523 mit der Burg zerstört worden.

Geschichtlich nachweisbar wurde um 1525 an der Stelle der heutigen Kirche eine 2. Kirche gebaut: das Schiff 13m lang, 7m breit, 5,5  hoch, der Chor 8m lang, 5m breit, 8,5m hoch. Die Kirche war dem Heiligen Georg geweiht, 3 Altäre: Hochaltar (Georg
geweiht), 2 Nebenaltäre: Marien- und Josefsaltar. Im Turm drei Glocken, von denen eine 1824 zersprungen war. Angebaut war eine kleine Sakristei.

Nach einem Bericht von 1825 war zwar das massive Kirchengebäude noch in gutem Zustand, während der Turm baufällig war
Nach langwierigen Verhandlungen über die Baupflicht entschloß man sich die 300 Jahre alte Kirche im Jahre 28.2.1833 abzubrechen und an dieser Stelle einen Neubau im einfachsten Stil, dem sogenannten Finanzkammerstil aufzuführen unter Leitung des
Werkmeisters Nägelein in Schöntal. Bedauerlicherweise wurden beim Abbruch auch die Grabdenkmale der beiden letzten in der Kirche bestatteten Äbte von Schöntal beseitigt. Die im November 1833 vollendete Kirche bestand aus einem Langhaus von 15m lang, 10m breit, 7,5m hoch, einem Chor 7m lang, die eingebaute Empore bedeckte das ganze Schiff der Kirche.

Das auf dem Dachgebälk aufgesetzte hölzerne Türmchen hatte einen Grundriss von 1,90m, eine Höhe von 4m mit einem abschließenden Dach von einer Höhe von 1,40m (im Volksmund „Gartenhäuschen“ ganannt). Durch die Säkularisation war der Staat verpflichtet zum Träger der Baulast der Kirche. Er war aber in der Gewährung der Mittel äußerst sparsam, so dass die Kirche über 30
Jahre ihrem Schicksal überlassen und der Verwahrlosung preisgegeben war. Sie bot in ihrem Inneren wie Äußeren ein Bild der Armut.
Am 20.1.1866 hat der Staat die Baulast durch eine Abfindungssumme von 2000 Gulden abgelöst.
Die Ablösungssumme, der vorbildliche freiwillige Arbeitseinsatz und die Spendefreudigkeit der Pfarrgemeinde ermöglichte die gründliche Renovierung und Ausstattung der Kirche in der Folgezeit.
26. Okt. 1870 hat der Sturm das Blechdach des Turmes ganz abgedeckt, 28. Okt. 1870 Kirchendach umgedeckt.
1874 unter Pfarrverw. Kieninger Restauration im Innern, die Empore zurückversetzt, der Chorbogen abgeändert, die Kirche ausgemalt. 1874 Hochaltar aufgestellt, auf Weihnachten neuer Muttergottesaltar. 1875 neuer Josefsaltar, Kanzel und Stationen und Rundglasgemälde des hl. Georg aufgestellt und angebracht.

Die Altäre stammen von Bildhauer Benz in Schw. Gmünd. Gesamtaufwand 5.500 M. aus freiwilligen Spenden, größtenteils von Caterina Müller. 1883 Kirchendach umgedeckt.
1889 wurde das Zimmer gegenüber der Sakristei zu einer Beichtkapelle eingerichtet, die dort befindliche Treppe in die Sakristei verlegt und an die Chorrückwand der neue Beichtstuhl angebracht (180 M). 1892 wurde die neue Turmuhr von der Gemeinde angeschafft. 

17. Juni 1894 neues Blechdach und Kreuz auf dem Turm von Flaschner in Bieringen angebracht.
1897 / 1903 Innen- und Außenrenovation der Kirche dank der Bemühungen des 1892 investierten Pfr. Matthias Gaus. Die Renovierung wurde am 29.4.1896 von den kirchlichen und bürgerlichen Kollegien beschlossen. Von der schadhaften Decke fielen
im Okt. 1895 unvermutet Stücke herunter, das feuchte Mauerwerk und der ausgetretene Plattenboden mussten gründlich erneuert werden. Bemalung des Inneren. Am 29.4.1896 wurde über die Kostendeckung der Beschluß gefaßt, daß hierzu verwendet
werden der Ertrag des Jagdpachtgeldes von 3 Jahren je 301 M = 903 M. Rest gedeckt durch freiwillige Spenden, die reichlich flossen.
1901 stiftet Graf Friedrich von Zeppelin-Aschhausen und seine Gemahlin Helene geborene von Böcklin von Böcklinsau anlässlich der Geburt ihres erstgeborenen Sohnes Hermann das Kirchenfenster mit der Himmelfahrt Christi, 1010,50 M. 
Im Mai 1909 Einrichtung des elektrischen Lichtes.

1917 stiftet Graf Zeppelin anlässlich der Heiligen Kommunion der gräflichen Tochter Helene ein 85cm großes vergoldetes Altarkreuz und auf die Firmung am 7.5.1918 zwei hierzu passende Leuchter.
Unter Pfr. Winter wurde die Sakristei nach oben geschlossen, die Treppe auf die Kirchenbühne entfernt und von der Empore aus weitergeführt. Die Sakristei wurde heizbar gemacht.
Unter Pfarrer Hanold wurde am 5.11.1946 die Kirchenrenovation beschlossen und am 3.3.1947 begonnen durch Kirchenmaler Rettenmaier aus Hüttlingen. Wegen mangelhafter Materialverwendung und Ausführung wurde ihm gekündigt, und Bilhauer
Schneider von Rottenburg mit der Ausführung beauftragt und Altarmaler Brendle von Empfingen bei Horb. (Schneider schenkte 1946 die Mutter Gottes im Käppele am Weg nach Marlach. 
Vollendung der Renovation am 1. Mai 1949. Sämtliche Altäre und die von Rettenmaier gefaßten Statuen wurden beseitigt bzw. verkauft. Ein neuer Kreuzweg von Schneider aus Stuck wurde am 19.3.1948 eingestellt, das alte Missionskreuz zum Hochaltaraufbau erhoben, neue Altäre gefertigt samt Aufbau („besonders schön der Marienaltar mit Agnes, Cäcilia, Helene, Katherina etc.“) und auf den Hochaltar ein Pelikan und schöne Barockengel gestellt.
Das Georgsfenster wurde herausgenommen und zunächst ins Halbfenster zum Pfarrhaus hin gestellt, wo es aber nicht bleiben kann, da wir inzwischen gegenüber der Kanzel (die alte Kanzel wurde abgebrochen) eine schöne Georgsstatue aufgestellt haben.
Auch der Josefsaltar total neu „macht sich überaus feierlich mit den dort sich findenden Dorfpatronen: St. Wendelin, Sebastian, Antonius, Franziskus, Bruder Klaus, Bruder Konrad.“
Die alte Pieta aus der Würzburger Schule um1480 (1897 um billiges Geld an Johann Schäfer verkauft, wurde der Kirche wieder zurückgeschenkt gegen eine Gipsstatue). 8. Mai 1949 kirchliche Feier zur glücklichen Vollendung der Kirchenrenovation.
Pfr. Hanold bemerkt: „Wo die Schrift ums Kreuz steht, sollten 2 Assistenzfiguren Maria und Johannes angebracht werden u. darüber hochschwebend zwei Engel.

 

Aschhausen wurde bereits 1453 als selbstständige Pfarrei Buchens erwähnt und gehörte von 1464 bis 1814 zum Bistum Würzburg. Sie kam danach zu Ellwangen nach Württemberg, 1828 nach Rottenburg und nach 1978 Rottenburg-Stuttgart. Da Aschhausen nicht immer eigene Pfarrei blieb, übernahmen oft Pfarrer verschiedener Nachbarorte den Dienst.
Seit 2000 gehört sie zur Seelsorgeeinheit Schöntal und innerhalb dieser zum Pfarramt Bieringen.